Bibliothek Nemeton - Autorenportrait




 "Die Poesie ist machtvoller als das Feuer.
Sie ist die Gestaltungskraft."




Im Herbst 2003 gründete ich den Autorenverlag Bibliothek Nemeton, um für einen neuen literarischen Ansatz Raum zu schaffen: die Visionäre Literatur. Seitdem lebe ich hauptberuflich als Schriftsteller. Mir geht es in meinem Schreiben gleichsam um die poetische Macht des Imaginären wie um die seelischen Dimensionen der Welt; daraus entfalte ich meine Geschichten, die eine innere, verborgene Sicht auf die Wirklichkeit aufscheinen lassen. Meine Romane entwickeln einen epischen Charakter, was ich in unserer beschleunigten Zeit für besonders wichtig erachte. Mit Bedacht bewege ich mich mit meinem Verlag abseits des überkommerzialisierten Literaturbetriebs, da mir eine uneingeschränkte künstlerische Selbstbestimmung Grundbedingung ist. Ich wende mich damit gezielt an Leser, die - fernab des Mainstreams - nach tiefgreifenden Lese-Erfahrungen suchen.

Als Poet habe ich erkannt, daß es kulturgeschichtliche Gründe für die bedrohliche Welt- und Natur-Zerstörung gibt, welche die Menschheit zu einem Umdenken zwänge, das aber hartnäckig verweigert wird. Eine Hauptverantwortung für das Fehlgehen tragen die sogenannten Weltreligionen, die das Bewußtsein unserer Spezies mit ihren falschen Dogmen weitgehend verprägt haben, insbesondere der natur- und frauenverachtende Monotheismus ist hier zu nennen. Doch ist es ein Tabu als Schriftsteller beispielsweise über die Verbrechen der Zwangschristiansierung des europäischen Kontinentes aufzuklären, da alle großen deutschen Verlage dem kirchenfreundlichen Bertelsmannkonzern gehören. Wir leben leider in einer Zeit weitgehender Reflektionsverweigerung. Daher kann eine milliardenschwere, korrupte Oberschicht immer größere Teile der Bevölkerung verarmen lassen. Zugleich verflachen die Massenmedien die Menschen in ihrem Denken zusehends. Anspruchsvolle, kritische Literatur, die herausfordert und entgrenzt, wie ich es mit meiner Bibliothek Nemeton in den Raum stelle, ist im herkömmlichen Literaturbetrieb mit seinen belanglosen Unterhaltungs-Publikationen längstens nicht mehr möglich.




Geboren wurde ich in Nürnberg; eine geschichtsträchtige Stadt, die von einer immerwährenden Gegenwart des Vergangenen geprägt ist. Sie verfügt über eine mittelalterliche Stadtmauer, die unmittelbar am Hauptverkehrsring die Altstadt umgibt, wie um diese vor der unüberhörbar lärmenden Moderne zu schützen. Sie weist starke, mächtige Türme sowie viele Fachwerkhäuser auf. Die Burg sitzt auf einem Sandsteinfelsen, der Grotten birgt und durchzogen ist von unzähligen unterirdischen Gängen; in ihm hat man Gegenstände aus der Bronzezeit entdeckt. Die Zeit der Industrialisierung ist mit ihrer Häßlichkeit allzu präsent. Unübersehbar sind auch die Gebäude des sogenannten Dritten Reiches, die - wie vieles in Nürnberg - vor sich hin verfallen. Bis heute ist die Stadt gezeichnet von einem eklatanten Verlust an mittelalterlicher Bausubstanz aufgrund der Bombennächte des Zweiten Weltkrieges, was mit nichtssagenden Gebäuden aufgefüllt wurde. Nürnberg ist also eine Stadt, die aus unterschiedlichsten Epochen viele Geschichten und Gesichter birgt, die einander überlagern und sich nicht selten abstoßen, da sie etwa mal häßlich, mal romantisch sind. Die Gegenwärtigkeit des Vergangenen inmitten einer äußerst maroden Moderne hat auf mich als Schriftsteller sicherlich einen subtilen Einfluß genommen.





Als Kind wuchs ich im Stadtteil Langwasser auf, an den damals ein sich selbst überlassener Mischwald grenzte, durch den ich oft mit Freunden streifte, und in den es mich immer wieder hineinzog. Er hatte unterschiedlich lichte und verbergend dunkle Gesichter. Man traf auf Rehe, unzählige Bachläufe durchzogen ihn und schufen Hunderte kleine Inseln. In seinem Grün spielten wir Abenteuer und fanden uns dabei unbewußt in die Umgebung des Waldes ein. Die halbverschütteten und zersprengten Bunkeranlagen waren uns eher Höhlen denn Kriegsüberbleibsel, auch wenn wir wußten, daß der uns ferne Krieg für die Großväter Wirklichkeit gewesen war. Das Geschichtenerfinden faszinierte mich und der Wald war hierfür der Hort der Eingebung. Mit zwölf begann ich zu schreiben. Es wurde mir zum Erlebnis Geschichten aus mir herauswachsen zu lassen und den inneren Verzweigungen zu folgen, wie zuvor den Bachläufen des Waldes.

Aufgrund des Umstandes, daß der damals neue Stadtteil Langwasser wenige hundert Meter neben unserer Wohnanlage abrupt in einen Wald überging, der bis in die Fränkische Schweiz reichte, war ich zugleich ein Großstadtkind wie ein Waldkind. Und ich erlebte die empfindungslos tumbe Zerstörung dieses mich so wundersam berührenden Naturraumes. Es war eine Zerstörung, die mir den Verlust einer weit wertvolleren Welt bedeutete, als es die künstlich asphaltierte war, die der seelisch wahrgenommenen grünen Freiheit so ergraut folgte. Diese Grunderfahrung prägte mich und ich verdichtete sie weit später als Dichter in meinem utopischen Romanen "Der Weltenring oder Die Suche nach dem grünen Land" und in meinem visionären Tagebuchroman "Der letzte Dichter in der Stadt ergrauter Schattierung", der im beklemmend futuristischen Jahre 2039 spielt, in dem der ganze Kontinent Europa nurmehr ein einziger gigantischer Stadt-Staat geworden ist, wo es kein erreichbares Außen mehr gibt, was eine Metapher dafür ist, daß unserer Welt eine global gewordene Einheitskultur droht, in der die Demokratie zur Farce verkommen ist. Und nur wenige Personen und Konzerne haben allen Besitz inne.


Meine liebste Dreihändigkeit:

Als Schlagzeuger suche ich den mir eigenen Rhythmus zu erfassen und mich in ihm zu erspüren.

Als Bogenschütze möchte ich das wesentliche Ziel ausmachen und in aufrechter Haltung anvisieren.

Als Schriftsteller ist es mein Ziel die inneren Schichten mir als Geschichten freizulegen.



Als Jugendlicher hörte ich bei einer Familienfeier nahe Verwandte mütterlicherseits über ein verarmtes Rittergeschlecht des in Nürnberg bekannten Hallerzweiges erzählen, was meine Phantasie beschäftigte, indem es mir früh vergegenwärtigte, wie eng die Vergangenheit mit uns selbst verwoben ist; es läßt mich heute danach fragen, woher wir kommen und was uns zu dem macht, der wir sind. Hier interessieren mich als Schriftsteller besonders die archaischen Ursprünge des Menschen. Ohne diese zu kennen, kann sich der Mensch nicht nachhaltig mit sich selbst befreunden.

Als Literat fasziniert mich das Überlagern von Wirklichkeiten. Diese Wirklichkeiten bilden die Schichten aus denen sodann Geschichten durch die eigene Imaginationskraft wie mit einem Feuerstein geschlagen werden können. Überlagerungen von Wirklichkeiten - wie sie interessanterweise die Quantenphysik beschreibt - finden in jedem meiner Werke statt. Und all meine Werke überlagern sich in ihren Realitäten wiederum gegenseitig. Dies paßt in ihrer künstlerischen Grundausrichtung wiederum wunderbar zum Charakter eines Multiversums. Zudem glaube ich, Geschichten zu schreiben, in denen nicht nur ich als deren Verfasser ein Leben lang umherwandern kann, sondern auch der geneigte Leser. Dabei bilden alle Bücher zueinander Resonanzen, sie verfügen mal über verborgene, mal über offene Pfade, die sie untereinander verbinden und denen der Leser - wie ein Entdecker hin und her wandernd - folgen kann. Geschichten als eine Art von Welten in sich zu tragen, ist etwas Wunderbares. Erst gestern überlagerten sich in meinem Bewußtsein im Zustand des Dösens etliche meiner Geschichten. Im ruhigen Rhythmus tauchten aus unterschiedlichen Büchern Szenerien auf- und ab; es war ein ganz eigenes Ein- und Ausatmen. Ich erwähne dies, um einmal den wirklichen Reichtum eines Schriftstellers aufzuzeigen. Jeden Leser lade ich über meine Werke dazu ein, in sich Imaginatives, ja Seelisches entstehen zu lassen. Denn meines Erachtens leidet der heutige Mensch an einer Innenwelt-Leere.




Das obige Bild entstand beim Einlesen meines Gedichtes "Skalden und Fylgien" für mein neues Internet-Fernseh-Portal NemetonTV. Es behandelt den germanischen Glauben, jeder Mensch habe einen eigenen weiblichen Schutzgeist; die heutige Psychologie formuliert, jeder Mensch habe eine Anima. Der verkitschte Schutzengelglaube des Christentums geht auf unsere irrig zu Gewaltmenschen verzeichneten Vorfahren zurück, die einen Bezug zu ihren weiblichen Aspekten lebten und sogar Rituale kannten, in denen sie an besonderen Naturorten ihrer eigenen Fylgja begegneten, was eine Voraussetzung des Dichtertums war und durchaus an die indianische Visionssuche erinnern kann. Die Griechen nannten einen ähnlichen seelischen Aspekt Muse; auch sie sagten, ein inspirierter Mensch sei von einer Schutzgöttin der Künste (Muse) geküßt. Es ist ein Mangel, daß der Europäer so gut wie nichts über seine eigenen Kulturen weiß und noch weniger davon begreift. Dem begegnet meine Literatur, um heutiges Denken zu entgrenzen. Denn welcher moderne Mensch kennt schon seine eigene Anima? Und wie wichtig wäre dies allein schon im psychologischen Sinn! Dagegen stehen die überpatriarchalen Religionen unserer Zeit an.

Früh beschäftigte ich mich mit alteuropäischen Kulturen wie der germanischen und keltischen und ihren mythologischen Vorstellungen sowie mit der indianischen Kultur. Wichtig sind für mich zudem die deutsche und die daraus hervorgehende europäische Romantik, durch die ich mich als Heranwachsender las, mit Vorlieben für E.T.A. Hoffmann und den Dichterkreis um Mary Shelley. Ebenso nah ist mir der sozialkritisch- skurrile Realismus eines Charles Dickens, der Surrealismus, der Symbolismus, das Durchdringen moderner kosmologischer Theorien, demzufolge die Meta- und Quanten-Physik und allgemein das Visionäre in der Kunst. Denn die Möglichkeit zu visionären, imaginären Vorstellungen ist das, was uns als Menschen stark ausmacht.

Durch die imaginäre Begabung evolutionierten wir uns zum Menschen. Unsere Menschwerdung ist also wesentlich von etwas nicht faßlich Geistigem, Seelischem , ja Träumerischem geursacht, also ausgerechnet von etwas, das unsere Zivilisation manisch ablehnt überhaupt als Teil der Realität anzunehmen. Nicht zuletzt dies ist wohl einer der Gründe für ihre fortschreitende Verdummung. Die Menschen der sogenannten Steinzeit kultivierten hingegen ihre Visionsbegabung. Sie schauten die Erde als Göttin, die Sonne als männliche Gottheit und in allen Dingen gewahrten sie lebendiges Bewußtsein. Sie sprachen nichts, was existiert eine eigene Seele ab, ob Baum, Fels oder Fluß. Sie schöpften aus ihrem Unterbewußten und kreierten letztlich alles Maßgebliche, was uns Menschen heute positiv ausmacht: Eine komplexe Sprache, Kunst, Musik, Religionen ohne Kirchen (und mit Göttern). Sie waren polytheistisch ausgerichtet, weil der Mensch noch begriff, in einer pluralistischen Welt zu leben, in der es keine Monokulturen geben kann. Ganz anders ist hier der heutige, vom Monotheismus geprägte Mensch, er lebt allzu abgespalten von seinem Unterbewußtsein, das er sogar als etwas Fremdes in sich fürchtet und nicht mehr weiß, daß dieses Unterbewußtsein gleichbedeutend mit seiner Seele ist. Er vermag nicht einmal mehr seine eigenen Träume zu deuten, er versteht also sich selbst nicht. Dieser in jener Hinsicht ahnungslose Mensch ist in unserer Zeit die traurige Norm, was viel der Destruktivität unserer Gegenwart und unserer Geschichte erklärt. Daher will ich als Schriftsteller, Romancier und Skaldendichter eröffnende Utopien kreieren.


Daß mein Nachname, der auf einen Fluß in Norddeutschland zurückgeht, Grüne Aue bedeutet und in seinem Alter sogar als vorkeltisch und vorgermanisch angenommen wird, erfuhr ich früh. Die Grüne Aue wurde daher in meinem Zukunfts- Roman Der Weltenring oder Die Suche nach dem grünen Land“ zum wichtigen Motiv einer seelischen Landschaft. Durch ihr Wiederfinden wird für den künftigen, noch übertechnisierteren Menschen, der seine innere Natur noch weniger verstehen dürfte als der gegenwärtige, ein Ankommen bei sich und der Welt wieder möglich. So lautet die in meinem Prosawerk umgesetzte Utopie. Allerdings braucht es hierfür einen ahnungsvoll Suchenden!

Einfluß auf die Art meines Schreibens hat sicherlich, daß ich Schlagzeuger bin und mir daher der Rhythmus und der Klang von Sprache wichtig ist. Als Bogenschütze erlerne ich zudem in einer aufrechten Haltung Spannung zu erzeugen sowie mit schärferem Auge die Intuition für die eigentlichen Ziele im Leben zu entwickeln. Innere Haltung, Spannung und Intuition, diese drei Elemente sind mir nicht zuletzt beim Schreiben wichtig.

Mit meinen Geschichten erkunde ich die Räume des Wachens und des Träumens; unter Traum verstehe ich dabei den inneren Raum der Dinge, den ich schreibend ausloten will. In meinen Büchern läßt sich meist "Innen" und "Außen", "Wachen" und "Träumen" nicht voneinander trennen; ebensowenig wie die Dämmerung ausschließlich dem Tag oder der Nacht zugehörig ist. Meine Geschichten sind oft Reisen in die Seelenräume der Welt und in die meiner Helden und Figuren. Sie weisen in unsere Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit hinein. So durchwandern meine Stoffe verschiedene Epochen. Die inneren Räume unserer Welt, die vor uns da war und nach uns noch lange sein wird, sollte der Leser im schamanischen Sinne erfahren und nicht im biblischen Sinn besitzen wollen. In der Besitzgier lebt unsere naturvernichtende Zivilisation eine zu überwindende alt-testamentarische "Matrix"

Die Poesie ist machtvoller als Feuer, denn sie ist die Gestaltungskraft. Die Poesie ist aber auch wie das eigene, innere Feuer, das man in sich erfühlen und ertasten muß, um ihm Form in der Sprache zu geben. Gespeist wird es aus dem, was in unserer Kultur das Unbewußte genannt wird; unbewußt muß es einem aber dabei nicht bleiben, dann nämlich, wenn man der eigenen Bilderwelt nachgeht. Durch das Schreiben von Geschichten will ich inwendige Schichten von Wirklichkeit entfalten .



1993 reiste ich erstmals nach Nordamerika um Indianerreservationen zu durchwandern. Aus eigener Anschauung nahm ich wahr, wie verheerend auch dort das Christentum naturreligiös empfindende Menschen hat zwangsbekehren wollen. Inzwischen wurde ich von einer Familie der Sisseton-Wahpeton-Dakota in der Lake Traverse Reservation adoptiert. Ich erhielt von einem Stammesältesten, der ein Hüter der Heiligen Pfeife und zudem Historiker ist, vier geweihte Adlerfedern für mein schriftstellerisches Wirken. Mein Künstlername Ahblezah geht darauf zurück; er drückt meine Verbundenheit mit diesen wunderbaren Menschen aus. Die Erfahrung bei den Dakota aus unserer Zivilisation mit ihren kulturellen Prägungen vollständig herauszutreten und dort eine animistische Weltsicht zu erleben - wie sie ebenso im vorchristlichen Europa gegenwärtig gewesen ist - bereichert mich sehr.

Nach meiner Überzeugung ist es eine kollektive gesellschaftliche Entscheidung nur an das Materielle und an keinen seelischen Sinn in den Dingen zu glauben. In meinen utopischen Büchern verknüpfe ich mythische Vorstellungen mit neuesten kosmologischen Weltbildern. Und das Visionäre geht in meinen Geschichten stets aus der Wirklichkeit hervor. Doch unterscheidet sich meine Art der Wahrnehmung. Das Mythische ist nicht nur in der inneren Bilderwelt des Menschen zu finden, sondern innerster Teil der Welt selbst. Ich möchte in meinen Geschichten die Ahnung aufscheinen lassen, welch sinnhaftes Menschsein (wieder) möglich wäre.





Wir entscheiden uns selbst für eine bestimmte Realität. Denn Realität ist nichts starr Festgefügtes. Die Quantenphysik lehrt, daß wir weit mehr die Realität interpretieren als objektiv erkennen. Für was wir keine Begriffe haben, oder was kulturell streng verboten ist, filtert unser Gehirn sogar aus. Jeder Katholik und Salafist wird jede Göttinnenwahrnehmung seines Unbewußten verdrängen, obgleich alle nicht-monotheistischen Kulturen der Menschheitsgeschichte die Erde selbst als Göttinnen erlebten. Jedes Regime bemüht sich mittels Propaganda um die Bewußtseins-Manipulation seiner Bürger. Und die heutigen Medien sind zu Staatsideologie-Predigern verkommen. Die Kehrseite davon lautet: Je besser wir unser Unterbewußtes kennen, um so selbstbestimmter leben und denken wir, desto mehr der Wirklichkeit können wir unverfälscht erkennen. Es ist bezeichnend, daß unsere Zivilisation keinerlei Umgang mit dem eigenen Unbewußten lehrt, was vielen alten Kulturen selbstverständlich war. Der Lehrsatz lautet: Wahrnehmung ist ein kreativer Akt! Um dem gerecht zu werden, bedarf es des seelisch freien Menschen. Hieran knüpft meine Visionäre Literatur an.


So breche ich mit jeder meiner Geschichte zu einer neuen Reise auf, um innere Schichten von Mensch und Welt freizulegen, Sinnhaftes zu ergründen und näher beim Anderen - ob Fels, Mensch oder Landschaft - anzukommen. Das Leben ist für mich eine Wanderung ob der Begegnung mit sich selbst und dem Anderen. Im Entdecken des Gegenübers und dem Begreifen von Naturerscheinungen erfahren wir unsere eigene Verwandtschaft, die wir mit allem und jedem haben und werden zugleich freier und im besten Sinne des Wortes mitfühlender. Es bewirkt ein inneres Wachsen.


Als Schriftsteller erstelle ich kein reines Abbild des Sichtbaren. Schreiben bedeutet für mich Unsichtbares sichtbar machen, eine innere Vision von Wirklichkeit entdecken, zu deren Torhüter ich meinem Verständnis nach als Autor werde. So kann der Leser in jedem meiner Bücher eine andere, skaldenhaft zur Geschichte verdichtete Vision beschreiten, diese erkunden, in ihr die Tiefe wie die Weite ausloten und Eigenes ergründen; denn Poetik vermag mit allem Leben und allen Dingen seelisch zu verbinden und den bestehenden Horizont zu entgrenzen. So wünsche ich dem Leser viel Neugierde auf mein Werk und den Mut es zu entdecken!

Alexander A. Gronau





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Fotos 1, 3, 4 und 10 von Lilia Alva,

Fotos 2, 5 und 6 von A. Gronau, graphische Bearbeitung Foto 4

Fotos 7, 8 und 9 von Eberhard Gronau

Das siebte Foto zeigt einen Visionssucheplatz der Dakota-Indianer auf dem heiligen Bear Butte in Süd-Dakota.

Das achte Foto zeigt mich (undeutlich) bei einem Ausritt mit einer befreundeten Familie der Wahpeton-Dakota in der Lake Traverse Reservation.

Das nebenstehende Foto (von Gertrud Furgol) zeigt die Darstellung eines Grünen Mannes an einem Brunnen in Nürnberg.



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