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ROBIN HOOD - Der Grüne Mann von Sherwood

Historisch-Mythischer Roman von Alexander A. Gronau



Hintergrundinformation zum historisch-mythischen ROBIN HOOD Roman von Alexander A. Gronau

Meine Zielsetzung als Romancier ist mit meinem Robin Hood Roman zugleich die realistischste als auch mystischste Umsetzung der Legende zu verfassen. Es soll die Grausamkeit des mittelalterlichen Feudalwesens mit seiner Leibeigenschaft, da vier Bauern so viel wert waren wie das Pferd eines Ritters und die Menschen der Dörfer der leibeigene Besitz von Bischöfen und Adligen waren, deutlich herausgearbeitet werden. Die Gestalt des Robin Hood wird dem Leser in seiner Bedeutung als Grüner Mann begegnen. Es ist erstaunlich, daß dies bisher so noch nie geschah, dabei sind die heidnischen Bezüge allzu deutlich in der Überlieferung vorhanden. Es beginnt beim Namen selbst. Robin Hood ist nicht der gewöhnliche Name eines Menschen. Der Vorname Robin geht auf den in der Gegend um Sherwood bekannten, keltischen Waldgeist Robin Goodfellow zurück, der schlechte Menschen narrte, guten aber aus ihrer Not half. Das Wort Hood ist mit altmythologischer Bedeutung geradezu aufgeladen. Es meint, in der Hut zu stehen, von ihr geschirmt zu werden, im Verborgenen zu sein. Und Robin ist einer, der in der Hut steht; in der Hut der alten Geister des Waldes. Daß Robin Hood eine Kopfbedeckung trägt, ist ebenfalls überliefert, sie hat Anklänge der sagenumwobenen Tarnkappe. Eine "Tarnkappe" aber trägt in der vorchristlichen Weltvorstellung ein Mensch, der als Säugling mit einer ausgeprägten Blutkappe geboren wird. Darin zeigt sich das in der Hut der alten Geister Stehen.

Kaum, daß das christliche Feudalwesen in Gestalt der Normannen die Menschen grausam auspreßte, erscheint gegen die Willkür der Herrscher aus Sherwood nicht der Waldgeist Robin Goodfellow, sondern ein Mensch namens Robin Hood, von dem es heißt, daß alles an ihm grün ist, und er geradezu übermenschlich mit dem Bogen umzugehen weiß. Der Bogen ist in den alteuropäischen Kulturen eine magische Jagdwaffe gewesen, von der mehrere Rituale der Heilung von Krankheiten und des Weissagens überliefert sind. Der keltische Grüne Mann ist gerade so wie Robin Hood beschrieben: Alles an ihm ist grün. Er steht damit in Verbindung mit dem keltischen Waldgott Cernunnos oder Herne. Denn zur Keltenzeit betrachteten die Menschen alle grüne Kraft der Vegetation des Waldes als männlich und vom Waldgott herrührend.

Aber nicht nur die Gestalt des Robin Hood ist mythologisch belegt, sondern auch viele seiner Mitstreiter. Der hünenhafte John wird Little John genannt; er trägt seine tricksterhafte Umkehrung im Namen, wie es von schamanistisch geprägten Naturreligionen bekannt ist. In Will Scarlets Name leuchtet uns die Farbe der Wut entgegen. Er muß Grausames erlebt haben, was scharlachrot an seiner Seele zehrt. Daher wird er in meiner Fassung zunächst ein Fürst sein, der sich bei einem Bauernaufstand in Doncaster verweigert mehrere Dörfer niederzubrennen und wehrlose Menschen abzuschlachten. Dafür wird er vom Bischof nackt durch die Kirche gepeitscht; eine Szene, wie sie sich im Mittelalter zutrug und unbeschönigt die Machtverhältnisse zwischen Adel und Klerus aufzeigt. Das Christentum war die Religion der herrschsüchtigen Klassen, ein Ritter mag einem Bauern wie ein gewalttätiger Mensch aus Eisen erschienen sein. Doch Robin Hoods gefiederte Pfeile durchschlugen ihn, den für das leibeigene Volk Unberührbaren, mitsamt seiner Rüstung.

<-- Maid Marian zur Maikönigin geschmückt. Es ist überliefert, daß in der Gegend um Sherwood der Maikönig und die Maikönigin jahrhundertelang Robin Hood und Marian hießen. Diese traten im ursprünglich heidnischen Fest zum Mai in die Rolle des Götterpaares, das durch seine Liebe das blühende Leben schafft.

In Maid Marian, die die weibliche Verkörperung Robin Hoods ist und in meinem Roman eine tragende Rolle einnimmt, indem sie mit Pfeil und Bogen mit auf Raubzug geht, mag der Name Maria mitschwingen, hinter dem die alte Erdgöttin sich verbirgt, denn alle Quellen, die einst der heidnischen Erdgöttin geweiht waren, wurden vom Klerus künstlich auf Maria umgedeutet. Maid Marian hat - gleich den Keltinnen - so rotes Haar wie die Blätter des Herbstes, was im chrsitlichen Mittelalter nicht von ungefähr die Haarfarbe der Hexen war. Sie verbindet mit Robin eine tief sinnliche Liebe. Faszinierend ist, daß ab dem 15. Jahrhundert von der Gegend um Sherwood überliefert ist, daß dort zum Maifest - welches in seinem Ursprung das wichtigste heidnische Fest (Beltene) unserer Vorfahren war, in dem die Hochzeit zwischen der Erdgöttin und ihrem geliebten, grünen Waldgott gefeiert wurde - niemand anders als Robin Hood und Maid Marian als Maikönig und Maikönigin auftauchen. Robin Hood durfte an jenem Tag darstellen, wer unter den Männern der Dörfer den Bogenschußwettbewerb gewann.

Es finden sich noch mehr heidnische Bezüge. In den Robin Hood Balladen heißt es, daß die Geächteten im Grünen Wald (Green Wood) leben. Dies ist ein Begriff, wie er von Feengeschichten herrührt und klarer nicht auf jenen Wald zurückgreifen könnte, dessen Hüter Cernunnos, der Gehörnte Hirschgott ist. Ein Wortspiel macht aus Robin Hood 'Robin a´wood'. Und es gibt einen überlieferten Robin Hood Baum. Daß das Leben der Menschen mit bestimmten Bäumen verbunden ist, geht auf keltische, germanische und slawische Vorstellungen zurück; ursprünglich kamen wir Menschen aus den Bäumen. Und Robin Hood vermag in Bäume hineinzugehen, da er im Wald die hohlen Stämme kennt. Verfolgt auf dem Grund von Sherwood, gelingt es ihm in meinem Roman immer wieder - vom Land geschirmt - wie unsichtbar in verborgenen Klüften und reichem Blattwerk zu verschwinden.

Eine Ballade erzählt, wie Robin Hood im Zweikampf Guy of Gisburne bezwingt, ihn köpft und ihm mit dem Messer das Gesicht verstümmelt. Diese Stelle wird gern zitiert, um zu beweisen, daß Robin Hood kein edler Mensch sondern ein gewöhnlicher Räuber war. Es wird aber auch hier der heidnische Bezug geflissentlich übersehen, der dies Vorgehen als eine rituelle Handlung deuten läßt. Durch die Verstümmelung wird Guy of Gisburne das Gesicht entfernt und von Robin Hood damit erst vollständig aus der Welt genommen. Auch wird bei der oft wiederholten Behauptung, Robin wäre erst später zum Wohltäter gemacht worden, eine weitere Stelle der Balladen übersehen: Little John, der sich einmal beim Sheriff von Nottingham vielsagend mit dem Decknamen Grünblatt vorstellte, will von Robin wissen, wer ausgeraubt und wer in Ruhe gelassen werden soll. Dieser antwortet ihm: „Sorg dafür, daß du dem Landmann nicht schadest, der mit seinem Pflug den Boden aufwirft. Auch sollst du weder den guten Freisaßen schaden, die durch den Grünen Wald ziehen, noch Rittern oder Junkern, so sie sich als gut erweisen. Bischöfe jedoch und Erzbischöfe magst du schlagen und fesseln, und den hohen Sheriff von Nottingham sollst du stets im Sinn haben.“



Waldgott Cernunnos oder Herne
(Unter letzterem Namen war der
alteuropäische Gott den Menschen
des Mittelalters in der Gegend
um Sherwood noch bekannt
wie Überlieferungen bezeugen,
darüber hinaus wurde er von der
leibeigenen Landbevölkerung
weiterhin verehrt.

Im von mir nacherzählten
begegnen wir diesem Gott der
fruchtbaren Unterwelt in einem
mythischen Roten Wald unter
dem Namen Arawn.)


Die Unfreiheit und die Gefahr für Leib und Leben ging von den Festungen und den Klöstern hinter den grauen Mauern aus, mit der sogenannten Zivilisation kam Unterdrückung und Ausbeutung über die Welt, und ein älteres Wort für Welt ist Wald. Dies ist die Sprengkraft dieser beinah uralten Geschichte um Robin Hood, der in meinem Roman nicht zufällig oder notgedrungen im Wald lebt, sondern willentlich in seiner Hut steht. "Nur das Wilde ist frei!" lasse ich Robin Hood sagen. Und ich denke, dieser Satz stand seinem Denken nah.

Denn Robin Hood selbst ist keine Erfindung. Es fand sich in alten Unterlagen der Name Rob Hod, dessen Träger vom Sheriff von Notthingham zum Geächteten erklärt wurde. Diese altüberlieferte Fehde ist also Wirklichkeit gewesen. Und laut dem Historiker C. Holt gab es nach dem ursprünglichen Robin Hood um 1190, von dem mein Roman erzählt, bis zum Jahre 1354, da ein Robin Hood wegen Straftaten, die er im Forst von Rockingham begangen haben soll, im Gefängnis saß, hintereinander sechs Robin Hoods, von denen fünf Geächtete waren, darunter eine Frau namens Katherine Robynhod. Es scheint mir auch hier eine heidnische Vorstellung wie scharlachrotes Feuer hervorzuschimmern. Nämlich die, daß sich mit dem Namen auch der Geist eines Menschen auf seinen Nachfolger überträgt. Denn die große Mehrzahl der Geächteten trugen nicht den Beinamen Rob Hod und offensichtlich nie zwei zur gleichen Lebenszeit.


Mein Robin Hood Roman möchte eine literarisch ernsthafte Fassung der berühmten Legende um den grünen Mann darstellen, unter Bezugname der vielfältigen und erstaunlich zahlreich vorhandenen mythischen Aspekte aus der panteistischen keltischen Religion, die ich recherchieren konnte. Es ist mir wichtig den Geist des tricksterhaften Gestaltwandlers Robin Hood mit all seiner Mystik und Freiheitskraft in unsere Zeit zu tragen, die an der Seelenfarbe Grün Mangel trägt.

Alexander A. Gronau, am 2 Juli 2010 während es nach einem heißen Tag bei kühlen Böen Hagel regnet, was mir ein gutes Omen für mein Romanprojekt zu sein scheint.

(Mein Dank gilt Richard Carpenter, dem mit seiner Fernsehserie "Robin Of Sherwood" die bisher einzig stimmige Umsetzung der Legende für den Film gelungen ist, für die man ihm sogleich vorwarf aus Robin Hood einen Heiden gemacht zu haben, der er freilich schon immer war. Es inspirierte mich, meinen Robin Hood noch realistischer zu gestalten und noch tiefer in die mythischen Bezüge einzutauchen. Es ist an der Zeit, die Geschichte auf diese ursprüngliche Art zu erzählen.)










ROBIN HOOD - Der Grüne Mann von Sherwood

von Alexander A. Gronau

Historisch-Mythischer Roman, voraussichtlich ca. 220 Seiten.

Buch im Großformat, mit rotgoldenem Kopfschnitt manufakturgefertigt
und vom Autor signiert; 24,95 Eur. Alle Rechte vorbehalten.

Lieferbar ab Mai 2017 * Vorbestellung möglich!

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