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Leseprobe des 2. Bandes der Kinderbuchreihe um die Kleine Walküre:


Aus dem Ersten Kapitel: TOBIAS HÄLT NACH DER KLEINEN WALKÜRE AUSSCHAU

Tobias saß in seinem Bett und drehte wehmutvoll die Schwanenfeder in seinen Fingern. Sie war hell wie Sommerwolken, ja sogar weiß schillernd und machte seine Hand so leicht, daß sie schwebte. Er konnte spüren, daß sie fliegen wollte. Denn sie stammt aus dem Schwanenflügelkleid der kleinen Walküre höchstselbst. Mit diesem vermag sie frei durch alle Himmelshöhen zu gleiten. Vala, wie das Walkürenmädchen heißt, war zu seiner Freundin geworden. Ja mehr noch: Sie hatte ihn zu ihren künftigen Helden erwählt! Sie würden auf ewiglich miteinander verbunden sein, hatte die kleine Walküre gesagt und er war voller Vorfreude auf ihre kommenden Abenteuer.

Da Tobias von der engen Verbindung zwischen der Schwanenfeder und dem Walkürenmädchen weiß, ließ er den Federkiel jetzt schon eine ganze Zeitlang in der Hoffnung durch seine Finger wandern, Vala würde das irgendwie spüren können und zu ihm kommen. Denn er hatte eine solch große Sehnsucht nach ihr, daß es schon wehtat!


Er hatte einfach zu lange nichts mehr von ihr gehört! Eine gute Woche war es schon her! Seine freie Zeit - es war ja jetzt nach Ostern wieder Schulbetrieb - hatte er damit zugebracht, sein Zimmer noch „walkürenhafter“ als zuvor zu gestalten, auch wenn das fast gar nicht mehr möglich schien. Denn an den Wänden hatte er schon lange vor den Ferien und seiner ersten Begegnung mit der so stolzen wie lieben Vala Walkürenbilder aufgehängt und einige Götter dazwischen gesetzt, wie den schönen, in schwanenweißem Harnisch gekleideten Heimdal als den feinsinnigen Wächter der Regenbogen-Brücke Bifröst, welche die Himmelsburg Asgard mit der Menschenwelt Midgard verbindet. Den Regenbogen hatte Tobias besonders farbig nachgezeichnet.

Tobias schwärmt für germanische Göttersagen und ganz besonders
für Walküren. In seinen Osterferien, die er mit seinen Eltern auf
einem Bauernhof inmitten der wild-romantischen Sächsischen
Schweiz verbrachte, erfüllte sich sein größter Wunsch, einmal
einer echten Walküre zu begegnen. Denn plötzlich stand das
Walkürenmädchen Vala vor ihm. Zu seiner Freude will sie ihn so-
gar zu einen wahren Helden ausbilden. Das, und noch vieles mehr
erzählt der Erste Band der Kleinen Walküre. Nun ist Tobias wieder
Zuhause in seiner elterlichen Stadtwohnung und wartet Tag für Tag
sehnsüchtig auf Valas Erscheinen. Er weiß nicht, daß es große
Schwierigkeiten im Walkürenreich gibt. Denn der gierige
Nibelungen-Zwerg Alberich hat dort die so wichtigen Götterfunken
gestohlen. Bald umschleicht eben jener Alberich das Hochhaus,
in dem Tobias wohnt. Walkürenhafte Abenteuer bahnen sich an!

Wie berauschend schön doch sein Geheimnis ist! Außer ihm weiß ansonsten nur das neunjährige Mädchen Mathilde etwas darüber, das zur Gastfamilie des Bauernhofes gehört, in dem er mit seinen Eltern inmitten der geradezu mythischen Landschaft der Sächsischen Schweiz Urlaub gemacht hat und wo er am Schwanenfelsen wundersame Einblicke ins Walkürenreich bekam. Mathilde ist ihm zu einer guten Freundin und zur einzigen Vertrauten in Walkürendingen geworden. Doch wo blieb Vala nur!? Sie konnte ihn doch nicht vergessen haben! Sie hatte ihm eigens versichert, daß sie ihn in seinem eigenen Zimmer besuchen kommen könne, da irdische Entfernungen für sie als fliegende Walküre keine Schwierigkeiten bedeuten. Tobias wurde ob dieser Gedanken wieder trauriger. Da bekam er den plötzlichen Impuls nach dem Medaillon zu greifen, das er heimlich unter seinem Hemd trug.


Es war ein Geschenk Valas zur Bekräftigung ihrer ewigen Verbundenheit zueinander durch alle Zeiten und Weiten hindurch. Ja, diese Eingabe war ihm gerade durch den Sinn gekommen: „Durch alle Zeiten und Weiten!“ Und da war es ihm mit einem Mal danach, als würde es kein eigener Gedanke gewesen sein, sondern als hätte es ihm Vala gerade mit ihrer schönen Stimme ins Ohr geflüstert , die so klingt, wie Honig schimmert, wenn hellstes Sonnenlicht ihn durchglüht.

Er seufzte und zweifelte, ob er sich das nicht nur eingebildet hatte. Seine Hand nestelte schon am Medaillonverschluß, um ihn endlich zu öffnen. Der bronzene Deckel klappte auf, und er sah das Abbild der kleinen Walküre Vala, das derart lebendig wirkte, daß er davon ganz überwältigt war. So erhaben ist ihr ernster Gesichtsausdruck, der aber zugleich unglaublich zart wirkt. Geradezu gülden ist ihre Augenfarbe, die Sommersprossen zieren wie Geheimnisfunken ihr feines Angesicht und sind zahlreich wie die Sterne. Und schon allein ihr Kinn verrät all ihren Mut. Fein wie ein Schwanenhals ist ihre längliche Nase. Und da lächelte ihm plötzlich ihr elegant geschwungener Mund zu! Er sah es ganz deutlich! Er wollte schon mit Worten etwas darauf erwidern, so als stünde Vala wirklich vor ihm, da hörte er seinen Vater nach ihm rufen: „Tobias! Toooobiaaaas! Komm mal her! Ich habe hier was für Dich!“

Er zuckte zusammen und verschloß automatisch das Medaillon. Er fürchtete, daß sein Vater abrupt in sein Zimmer kommen könnte, da er bestimmt schon länger nach ihm rief. Völlig uninteressiert gab Tobias Antwort: „Ja, was ist denn?“

„Hier ist ein Bericht in der Zeitung, daß sie echte Walküren gefunden haben!“ Tobias konnte das Lächeln des Vaters gut in seiner Stimme hören. Er aber zuckte erschrocken zusammen. Das Entsetzen stand ihm ins Gesicht geschrieben! Konnte es denn sein, daß dieser scheußliche Edmund mit diesem eingebildeten Schönling Dorian vom Kleinmüßbacher Tageblatt in den geheimen unterirdischen Raum der Wunschelburg eingebrochen war, der einen verborgenen Zugang zum Walkürenreich darstellt?! Die beiden versuchten das schon einmal. Hatten sie jetzt durch irgendeine fiese Falle die Walkürenfamilie Valas entführt? Tobias saß wie vom Donner gerührt auf seinem Bett. Er glaubte, daß es so sein mußte! Es erklärte zu gut, weshalb Vala sich eine ganze Woche lang weder bei ihm, noch bei Mathilde gemeldet hatte!

„Kommst du!?“ Sein Vater klang erstmalig ungeduldig. - „Ja, ja, ich komme ja schon!“ Ganz kraftlos sagte er das. Auf zittrigen Beinen ging er in die Küche, wo sein Vater am abgeräumten Eßtisch saß, die Zeitung weit ausgebreitet vor sich. Seine Mutter befand sich mit breitem Lächeln neben ihm auf der Eckbank. Auch sie war sicher, daß sich ihr Sohn über den Artikel freuen würde.



Aus dem Vierten Kapitel: IM WALKÜRENREICH

Die über der Schlucht der Sieben Gründe auf einer Wolke als ihre Bettstatt dösend liegende Vala, konnte noch immer ihre letzte Walkürenaufgabe in sich spüren. Sie gelöst zu haben, machte sie ganz glücklich. Doch war es auch anstrengend gewesen, weshalb sie weit länger als sonst geschlafen hatte. Mal vom zu bändigenden brausenden Sturm träumend, dann wieder von ihrem Tobias, dem werdenden Helden, was ihr das Herzallerliebste war.

So besah sie sich nun Tobias‘ Gesicht in ihrem Medaillon ganz sehnsuchtsvoll und seufzte schmachtend. Darauf sagte sie, als würde sie mit ihrem künftigen Helden reden: „Ach, wenn ich doch sogleich zu dir fliegen könnte, durch alle Wolkengebilde hindurchgleitend. Aber für uns Walküren ist jetzt so viel zu tun. Bis zum 1. Mai haben wir aus allen heiligen Bäumen des Landes den Maiensaft zu zapfen, aus dem wir den Minnetrunk bereiten. Indem wir ihn trinken, verjüngen wir unsere Kräfte und wir sprenkeln ihn über den Boden, daß sich alles auf Erden gesund erhalte und weiter kräftig erblühe. Und mit unseren Helden trinken wir vom geernteten Maientau als Minnetrunk, um unser ewigliches Bündnis zu erneuern. Ach, Tobias, ach! Wie gerne tränke ich ihn schon an diesem 1. Mai mit dir! Dann finden sich alle Götter, Walküren und Helden an den Externsteinen als einem Nabel der Welt Midgard ein, um das Heilige des Lebens zu feiern und in dieser Nacht zur Wohltat der Erde die Götterfunken hinabrieseln zu sehen wie die Sterne selbst. Es ist eines der größten Geheimnisse überhaupt, Tobias! Das mußt du wissen!“ Vala seufzte bestimmt neunmal, was ganz walkürenhaft ist!

Immer noch auf der wattebauschigen Wolke liegend, verlor sich Valas Blick träumerisch in den Höhen. Nämlich dort, wo die güldene Sonne milchig warm durch den Felsen hindurchschimmerte. Dieses wundersame Phänomen sorgt dafür, daß es innerhalb des dem Schwanenfelsen inneliegenden Walkürenreiches tagsüber so licht ist wie ein Schwanengefieder hell ist.

Nach einiger Zeit kam Valas ältere Schwester Lidwina aufgeregt angeflogen. Ihre hüftlangen Haare wehten wie ein Sonnengruß hellblond im Flugwind. Sogar die Schwanenschwinge bogen sich leicht nach hinten. Diese waren ein klein wenig größer als bei Vala.

Lidwina wirkte etwa wie ein sechzehnjähriges Mädchen, sah dabei aber weit erhabener aus als eine gleichaltrige menschliche Jugendliche. In Wahrheit war sie etwa 60 Jahre älter als ihre jüngere Schwester Vala. Im Gegensatz zu unserer kleinen Walküre hatte sie beinah eine Stupsnase und Augen, die so kristallklar blau sind wie der schönste Sommerhimmel. Ganz außer Atem rief sie aus der Ferne: „Vala, liebes Schwesterherz! Hast Du schon gehört, was Schreckliches geschehen ist?!“

Es riß die kleine Walküre aus ihren Träumereien. Mit einem Satz stand sie auf ihrem Wolkenbett, das immer noch am oberen Ende der Schlucht in kühnen Höhen schwebte. Ihre Hand umfaßte den Speer fest während sie besorgt ihrer Schwester entgegensah. Ihr Blick war fragend.

Noch während des Heranfliegens antwortete ihr ihre größere Schwester Lidwina aufgebracht: „Die Erde ist in der Umgebung der Wunschelburg an unzähligen Stellen aufgerissen. Es sieht dort nach aufgegrabenen Maulwurfhügeln aus. Und allüberall sind die Götterfunken, die wir zu Ostara aus dem Sternenraum herabgesungen haben, aus dem Boden entwendet worden!“ Vala gab einen Schreckenslaut von sich. Ihr erster Gedanke galt dem garstigen Edmund! „Dann können doch all die heiligen Blumen und Kräuter mit ihrer Zauberkraft im Sommer nicht auf den Wiesen erblühen!“ entsetzte sie sich. Und unsere so edel schwanenblaße Vala wurde ganz kreidebleich.

Mit leidender Miene landete ihre Schwester Lidwina neben ihr auf der Wolke. Zur Begrüßung berührten sich die Walkürenschwestern mit den Fingerspitzen ihrer offenen Hände zart am Herzensgrund. Dann setzten sie sich nebeneinander auf den Wolkenrand, daß ihr Beine ins Freie hinabragten. Ihre schwanenkleidweißen Röcke bauschten sich im Wind so weit auf, daß sie scheinbar mit der bauschigen Wolke verschmolzen auf der sie saßen.

„Wieviel schlimme Dinge auf dem Diebstahl der Götterfunken für den Erdengrund folgen können, ist gar nicht auszudenken!“ erklärte die große Schwester bekümmert und setzte hinzu: „Es ist alles so schlimm aufgerissen, daß schon das Hinsehen wehtut. Jede Walküre kann daran spüren, mit welcher Gier die Götterfunken aus dem Boden herausgerissen wurden!“

„Das ist arg!“ Der kleinen Walküre stand die erste Träne in den Augen. „Wie konnte das nur geschehen?! Weiß man, wer das verbrochen hat?“ Vala fragte es gehetzt.

„Brunhilde meint, die aufgegrabenen Stellen röchen ganz nach Alberich. Sie sagt, den Geruch dieses goldgierigen Zwerges erkenne sie aus allen Gerüchen der Welt heraus. Er hatte ja seinerzeit das von den drei Wasserfrauen Woglinde, Wellgunde und Flußsunna bewachte heilige Rheingold gestohlen, um sich daraus den Ring der Allmacht Andvaranaut zu schmieden. Wir wissen, daß dies am Anfang der Nibelungentragödie und dem Verfall der Menschenwelt stand.“

Vala nickte nachsinnend. In die wichtigsten Geschehnisse der Nibelungen war sie zuvörderst von ihrer Mutter Swanhild und ihrer Tante Brunhilde eingeweiht worden. So weiß sie, daß Rheingold sich in Jahrtausenden aus dem Sonnenlicht bildet, das tagein tagaus in den Rhein einfällt und das Gewässer belebt. Daß der Zwerg Alberich es entwendete, bedeutete, daß alle Lebenskraft der Erde bedroht ist!

Daher schickten damals Allvater Wotan und Allmutter Frigga als Götter ihre Tochter Brunhilde aus, die sich unter den Menschen Siegfried zum Helden erwählte. Aber all das Schlimme, was im Nebelreich der Nibelungen, - durch Alberichs Gier nach Gold und Allmacht ausgelöst - , geschah, konnte bis heute bei Weitem nicht wettgemacht werden.

Über diese gewichtigen Dinge beredete sich Vala mit ihrer großen Schwester, die zu ihr sehr ernsthaft sagte: „Und jetzt kommt dieser Alberich wieder daher und stiehlt dieses Mal die Götterfunken, die von den Sternen goldglitzernd zur Erde hinabrieseln und ihren Boden gesund halten. Was daraus Arges zu werden droht, können selbst wir Walküren bisher nur erahnen, und schon das Erahnen macht uns vor Sorgen bange.“

Vala nickte beflissen und fühlte sich ganz unruhig. „Wir müssen diesen grimmigen Gesellen Alberich finden und ihm die Götterfunken wieder entwenden! So können wir sie in die ausgegrabenen Stellen zurückbringen.“

„Ich hoffe, es wird so einfach sein, denn alle Walküren rätseln, wo dieser Alberich sich über ein Jahrtausend lang hat verstecken können. Er galt ja als von Siegfried besiegt. Der gute Siegfried kann es sich auch nicht erklären und macht sich schwere Vorwürfe, was ihn Brunhild und auch Kriemhild auszureden suchen.“ Lidwina sprach schnell, weil Eile geboten war. Es war deshalb auffällig, weil Walküren gewöhnlich erhaben sprechen. Ehe sie aus der Ruhe kommen, mußte Gewichtiges geschehen, was ja leider der Fall war.

Valas große Schwester erläuterte: „Es ist nur zu hoffen, daß Alberich sich nicht wieder aus all den gestohlenen Götterfunken einen Allmachtsring schmieden will, um erneut zum Stärksten aller Wesen zu werden!“

„Dieser Winzling von einem schlimmen Schurken!“ erboste sich Vala und ballte ihre speerfreie Hand zur Faust.

„Unsere Mutter meint, Alberich habe es wohl nie verknusen können, daß er so klein geraten ist. Aber seine Gestalt sei immer ärger geworden, da sie immer weiter verkümmerte, je kleingeistiger sein Charakter wurde. Auch kam es daher, daß er in immer engeren Löchern nach Gold wühlte.“

„Hätte er statt Gier und Geiz Freigiebigkeit und Edelmut entwickelt, so wäre er daran innerlich gewachsen!“ meinte Vala bestimmt. „Hat unser Walkürenrat schon etwas beschlossen?“

„Ja, Vala, das hat er! Darum bin ich gleich zu Dir geeilt. Wir Walküren fliegen jetzt so schnell als möglich all die heiligen Horte der Gegend um den Schwanenfelsen und die Wunschelburg ab, um nachzuschauen, ob irgendwo noch weitere frevlerische Diebstähle stattgefunden haben. Da diese Stätten aber stets von mindestens einer von uns Göttertöchter bewacht wird, ist wahrscheinlich nichts weiter entwendet. In unser Walkürenreich im Schwanenfels kann er nicht eindringen. Aber wir müssen sicher sein, daß all die Horte der Landschaft unentweiht geblieben sind. Ich bin dazu ausgeschickt, am Blumenstein nach dem Hort der berühmten blauen Blume zu schauen. Sie hat einst die romantische Empfindung in die Menschenwelt zurückgebracht. Und du sollst nach der Silberschaumquelle sehen! Danach sollen wir uns alle zum weiteren Ratschlag am hohen Adlerhorstfelsen oberhalb der Wunschelburg auf dem Thingplatz unseres Wolkentempels treffen.“

„Gut, Schwesterherz!“ sagte Vala entschlossen und griff sich dabei unverwandt an ihr Medaillon, da ihr der Gedanke an Tobias als ihren künftigen Helden dabei half mit der garstigen Nachricht umzugehen.



Aus dem Achten Kapitel: MIT VALA IN DER WOLKENBURG

Als Tobias schwungvoll in sein Zimmer eintrat, da wollte er gleich seinen Schulranzen zum Schreibtisch werfen. Er fiel ihm aber stattdessen vor Überraschung aus der Hand. Denn dort auf seinem Bett saß tatsächlich inmitten all der Kissen und Decken - wie in einer Wolkenburg! - das Walkürenmädchen Vala. Sie fühlte sich darin sichtlich wohl, da es sie an ihre Wolken erinnerte. Sie strahlte Tobias freudig an, und der strahlte in unbändiger Freude zurück. So lange hatte er sehnsüchtig auf sie gewartet, gehofft und gebangt und jetzt war sie endlich und tatsächlich da!

„Vala!“ rief er froh aus seinem Herzen, das er in sich nur so hüpfen spürte. Er war ganz entzückt! Mit einem Satz sprang Vala aus der Bettenburg und ihm zur Begrüßung entgegen. Ihr Speer blieb derweil neben der Bettstatt aufrecht schweben.

Sie umarmten einander glücklich und waren von ihrem Wiedersehen arg berührt. Beide verdrückten ein paar Freudentränen. „Mein Held!“ schwärmte Vala und Tobias seufzte: „Meine Vala!“ Ihre Gesichter strahlten!

„Komm, ich habe uns aus deinen Kissen eine Bettenburg gemacht, so wie beim letzten Mal, als ich bei dir war und wir deine Musik hörten, mit diesem seltsamen Gesang!“ schlug Vala lebensfroh vor und nahm Tobias, kaum daß er nickte, auch schon an der Hand und schwebte zu den flauschigen Kissen und Decken hinüber. Tobias, der ihr folgte, bestaunte, daß sie sich allein mittels der Schwanenschwingen an ihren Schläfen schwebend fortbewegen konnte.

So setzten sie sich mittig ins Bett. Und wie von Zauberhand, es geschah nämlich alleine aus dem Willen der kleinen Walküre, türmten sich um sie herum alle Kissen und Decken, die vorhin bei ihrem Aufspringen umgefallen waren, von Neuem wie Burgwände aus geronnenen Wolken um sie herum auf. Tobias staunte darüber und lachte mit der kleinen Walküre heiter. Doch gleich würde er noch mehr staunen!

Denn Vala ließ ihren Speer zu sich schweben, ergriff ihn und umschrieb mit seiner aufglühenden Spitze einen Bogen um sie und das ganze Bett herum. Dieser in die Luft gezeichnete Bogen wurde augenblicklich zu einem schmalen, kleinen Feuerwall. Als ein Reif aus feurigem Licht schützte er ihre Bettstatt als die Stätte ihrer Zusammenkunft. Es bitzelte angenehm aus der Luft, die in diesem hauchzarten Feuerwall glomm.

Tobias staunte gehörig, was sich leicht denken läßt, und bewunderte, wie der schmale Feuerreif das Bett kreisrund umloderte, aber ohne daß das Feuer gefährlich wirkte oder irgendetwas angezündet oder auch nur angeschmort hätte.

„Du mußt gar nicht befürchten, daß mein Feuerwall dein Zimmer in Brand steckt. Es wohnt darin mein Walkürenzauber! Er soll unsere Begegnung feierlich bescheinen und schirmen!“ erklärte Vala dem immer noch staunenden Tobias ihr Tun. „Ich möchte mich mit dir ein wenig wie Brunhild fühlen, die in ihrem Feuerwall schlief und nur ihr ewiger Geliebter Siegfried zu ihr finden konnte. Auch dieser Feuerring, der viel kleiner ist, ließe niemand anderes hindurch als dich und mich!“ Ihr Gesicht hatte einen schwärmerischen Ausdruck bekommen.

Mit diesem fuhr sie fort: „Mein Feuerwall ist natürlich eher ein Feuerreif. Zum Einen bin ich ja noch eine heranwachsende Walküre und nicht die große Brunhilde. Und andererseits muß er ja in dein Zimmer hineinpassen.“ Ihrer Erläuterung fügte Vala sogleich hinzu: „Ich habe mir nur erlaubt, dein Fenster zu öffnen und dich in deinem Heim zu erwarten, weil ich deutlich spürte, daß es auch dein Wunsch ist!“

„Ja, es war sogar mit Lichtjahren Abstand mein allergrößter Wunsch!“ lächelte Tobias. Es tat ihm allein so gut ihre honiglichte Stimme zu vernehmen.

„Es macht mich auch so glücklich, dich wieder zu hören! Deine Stimme verrät in ihrem Klang sogar schon den werdenden Helden in dir!“ Das Walkürenmädchen antwortete damit auf Tobias‘ letzten Gedanken, der darüber ein weiteres Mal arg zu staunen hatte.

„Wenn du so laut denkst, kann ich es gar nicht überhören!“ legte ihm Vala dar, deren güldene Augen aus mildem Blick aufglimmen, wenn sie ihn liebevoll ansieht. So wie jetzt! „Ich kann noch andere Dinge in dir sehen!“ sagte Vala und weckte damit Tobias‘ Neugierde, wie sich leicht denken läßt. „Was kannst du denn gerade in mir sehen?“ fragte er ungeduldig nach.

„Ich kann sehen, was dich heute alles beschäftigt hat. Es ist noch im hinteren Teil deines Kopfes in deinen Gedanken. Du wunderst dich noch verstimmt über eine Klassenkameradin.“ Die Pupillen Valas waren sehr weit und blickten sanft, doch sahen sie in Tobias als ihren werdenden Helden adlerscharf hinein.

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